Wunschschloss
- Das Wunschschloss von Bülach nach Neunkirchen am Sand
Von Bülach nach Neunkirchen am Sand
Das Bülacher Schlössli
Ein historisches Kulturgut für Unternehmergeist, Handwerk und Träume.
Um 1930 erschuf Fritz Peter in Bülach (Schweiz) mit visionärer Hingabe dieses einzigartige historische Meisterwerk. Als jüngster Sohn der bekannten Keks-Dynastie Peter – deren Biskuitfabrik ab 1894 Schweizer Wirtschaftsgeschichte schrieb und später im Nestlé-Konzern aufging – war er tief im Unternehmergeist seiner Zeit verwurzelt.
Bis auf seinen Namen und die Entstehungszeit des Schlösslis sind heute keine biografischen Daten über sein Geburtsjahr oder seinen Todestag überliefert. Obwohl er in der großen Familiendynastie wirtschaftlich keine tragende Rolle spielte, hat er mit seinem Werk etwas geschaffen, das die Zeit überdauern sollte.
Inmitten der schweren Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre, als das Geld knapp war und Geschenke für die Fabrikangestellten und deren Kinder unerschwinglich wurden, schenkte Fritz Peter den Menschen mit diesem Schlössli einen Ort für Wünsche, Zuversicht und Hoffnung.
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Wohl inspiriert vom geschichtsträchtigen Schloss Regensberg, erschuf er in unzähligen Stunden handwerklicher Präzision ein rund drei Meter langes und zwei Meter breites architektonisches Gesamtkunstwerk aus Mörtel, Sand und Zement.
Fritz Peter errichtete sein Bauwerk damals direkt auf einem großen Findling, dessen natürliche Form ihm die Struktur des Schlosses vorgab. Einfache Zementröhren verwandelte er in stolze Türme; winzige Fenster und Tore gaben dem Schlössli seinen magischen Charakter. Als lebendiger Ort des Staunens verzauberte es Generationen: Bei schönem Wetter ließ der Erbauer dort sogar selbst gegossene Zinnsoldaten „aufmarschieren“.
Die einstige Fabrik wurde längst abgerissen, die Grundstücke verkauft. Wohlstand, Einfluss und Besitz erwiesen sich als vergänglich – doch dieses schützenswerte Kulturgut überdauerte beinahe ein Jahrhundert in der Schweiz. Es zeigt uns eindücklich: Während das Materielle vergeht, kann wahre Kunst über eine ganze Ära, weit über die Zeit hinaus, Bestand haben.
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Schließlich musste das Schlössli einem großen städtebaulichen Projekt weichen: Für den Erweiterungsbau des örtlichen Alterszentrums, dem Seniorenstift „Grampen 2“, wurde der Platz auf dem bisherigen Gelände benötigt, weshalb man sich für eine Versteigerung entschied.
Ein ortsansässiger Bekannter Manfred Hoffmann hatte das Schloss zuvor bereits mit unendlicher Liebe und Hingabe restauriert. Seine wertvolle Vorarbeit – wie das feine Herausarbeiten der hellen und dunklen Farbabsätze – sollte uns später den Wiederaufbau erheblich erleichtern.
Regelmäßig schickte er uns Bilder, und oft sagten wir scherzhaft zueinander: „Das würden wir uns auch in den Garten stellen!“
Wie riesig dieses vermeintliche „Miniaturschloss“ in Wahrheit war, ahnten wir damals noch nicht. Von ihm erfuhren wir schließlich auch, dass das Bauwerk versteigert werden sollte und uns war sofort klar: Seine Herzensarbeit, die Geschichte und die unzähligen Wünsche, die dieses Schloss begleiten, durften nicht verloren gehen.
Geleitet von meinem Künstlerherz, den Räumen der Galerie-Manuela und der Leidenschaft für unser Weihnachtshaus wussten wir augenblicklich, dass das Schlössli an einen Ort kommen muss, an dem es wieder für alle Menschen frei „seh- und wünschbar“ wird – denn hier verschmelzen Kunst, Historie und der Zauber der Weihnacht zu einer Einheit.
Doch dann kam der Schock: Während der Vorbereitungsphase zur Auktion wurde das filigrane Werk bei Rodungsarbeiten schwer getroffen und ging in unzählige Brüche. Zwar waren wir fassungslos, wie man ein so großes Schloss übersehen konnte, doch wir verloren nie den Mut.
Wo andere nur einen Haufen Scherben in Kisten sahen, sahen wir mit unserer Vision bereits das fertige Ganze. Um etwas Schönes zu erschaffen, bedarf es eben immer nur des ersten Schrittes – und dann des nächsten.
Der wahre Krimi folgte bei der Online-Versteigerung im September 2025. Mit klopfenden Herzen saßen wir vor drei Endgeräten, angemeldet mit zwei Accounts: „Königin“ und „Schlossgeist“, um in letzter Sekunde blitzschnell reagieren zu können. Die Sekunden liefen unerbittlich ab und plötzlich der Schock: Die Zeit war um, und auf dem Bildschirm stand ein fremder Name als Gewinner.
Entsetzen, ungläubige Schreie, Sekunden der Ohnmacht. Inmitten der Verzweiflung kam die rettende Idee: Einen Klick auf „Aktualisieren“ – und die Anspannung entlud sich in einem ohrenbetäubenden Jubelschrei. Wir hatten die Auktion denkbar knapp gewonnen!
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Obwohl einige Teile verloren gegangen oder irreparabel zerstört waren, begann eine monatelange, akribische Detektivarbeit. Um der Ästhetik gerecht zu werden, errichteten wir hier in Neunkirchen am Sand eigens ein Fundament aus altem Sandstein, auf dem das Schlössli innerhalb nur eines Jahres originalgetreu neu erstehen konnte.
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Der Weg dorthin forderte uns alles ab. Es gab Phasen beim Aufbau, in denen wir kurz davor waren, aufzugeben. Gerade am Anfang, als die Fundamentarbeiten begannen und die komplizierten Höhen- und Winkelmaße immer wieder getestet werden mussten, blieben die sichtbaren Erfolge tagelang aus. Auch die Stromleitungen waren eine echte Herausforderung, so ganz ohne richtigen Bauplan.
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Es war eine echte, mentale Herausforderung und wir fragten uns in Momenten der Erschöpfung: „Wer soll es denn sonst machen? Soll das hier wirklich das Ende der Geschichte sein? – Nein.“
Schritt für Schritt bauten wir weiter und hielten unser gegebenes Wort, dieses Schlössli wiedererstehen zu lassen. Heute sieht man nichts mehr von den Sorgen, den Scherben oder dem Unfall. Wir sind unendlich stolz auf uns, dieses Wunschschloss vollendet und es sogar mit einer glanzvollen Beleuchtung ausgestattet zu haben.
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Im Laufe der Jahrzehnte erhielt das Bauwerk viele Namen: Es wurde als „Biskuit-Schlössli Peter“, als „alt-ehrwürdiges Schloss von Bülach“, als „Weihnachtsschloss“ oder auch als „Wunschschloss“ bezeichnet. Doch ganz gleich, welchen Namen die Menschen ihm auch gaben – am Ende ist immer von ein und demselben magischen Ort die Rede. Der wunderbare Gedanke von damals, in schweren Zeiten für alle Menschen da zu sein, soll hier weiterleben. Wir sind tief erfüllt von Stolz, dass dieses gerettete Kulturgut bei uns eine neue Heimat gefunden hat. Mit dem Schlössli reisten auch die Träume und unzähligen Wünsche von früher über die Grenze. Bewusst steht das Bauwerk nicht versteckt auf privatem Grund, sondern ist für jeden frei einsehbar.
In den Abendstunden erstrahlt es nun in festlichem Glanz. So lädt es alle kleinen und großen Besucher von Herzen dazu ein, innezuhalten, zu staunen, sich wieder etwas zu wünschen und die Hoffnung lebendig zu halten.
Unsere Herzensdanksagung
- Unser besonderer Dank gilt dem Stadtarchiv Bülach, das uns freundlicherweise alle Unterlagen zur Biskuitfabrik, dem Schlössli und der Familie Peter umgehend zur Verfügung gestellt hat.
- Ein großes Dankeschön geht an Sandro für deine tatkräftige Hilfe beim Einladen. Ohne dich hätten wir die teils zentnerschweren Fragmente niemals so sicher und reibungslos verladen können.
- Ein ganz besonderer Dank gebührt Manfred Herrmann, für den überaus herzlichen Empfang bei dir in Bülach. Du hast das Schloss nicht nur vorab mit unendlicher Liebe restauriert und uns damit den Wiederaufbau erleichtert, sondern hast uns über Monate hinweg stets mit Bildern auf dem Laufenden gehalten. Ohne deinen Hinweis auf die Versteigerung stünde dieses Meisterwerk heute nicht hier bei uns. Deine Begeisterung und Liebe zum Schlössli hat uns angesteckt.
- Nicht zuletzt sagen wir von Herzen Danke an alle Bülacherinnen und Bülacher, die wir in dieser kurzen Zeit kennenlernen durften: Wir waren überwältigt von so viel offener Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Wärme.
Nachdem wir das Schlössli am 19. September 2025 abgeholt hatten, konnten wir fast auf den Tag genau ein Jahr später – am 18. September 2026 – die Aufbau- und Restaurierungsarbeiten erfolgreich abschließen.
Am 27. November 2026 wird es feierlich enthüllt: Im selben Moment, in dem die Lichter unseres Weihnachtshauses erwachen, erstrahlt auch das Schlössli erstmals in seinem ganz eigenen Glanz.
Am Ende können wir nur sagen, wie stolz wir sind, dass dieses Wunsch- und Biskuit-Schlössli nun bei uns steht. Es war uns eine Herzensangelegenheit, es so schnell wie möglich wieder aufzubauen. Der Weg dorthin war gewiss nicht einfach – doch aus vielen einzelnen Schritten wurde ein wunderbarer Pfad.
Wir werden dieses historische Erbe in Ehren halten.
Kontaktaufnahme
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- und auf Anfrage -
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91233 Neunkirchen am Sand
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